Mediation – Ein Interview mit Markus Schlögl

Wann immer Menschen in einem Team zusammenarbeiten oder Gesellschafter Entscheidungen für das gemeinsame Unternehmen treffen, kommt es zu Meinungsverschiedenheiten und Kontroversen. In einem persönlichen Interview mit unserem Mediator Markus Schlögl haben wir über das Verfahren, die Vorteile und Grenzen, sowie die Aussichten auf Erfolg von Mediation gesprochen.

Herr Schlögl, Sie sind neben Ihrer Tätigkeit als Steuerberater seit vielen Jahren als zertifizierter Wirtschaftsmediator tätig. Was ist darunter eigentlich zu verstehen? Als Mediator ermögliche ich es konfligierenden Parteien durch meine Empathie und Fähigkeiten, gemeinschaftlich eine Lösung zu finden. Ich schaffe dafür eine Plattform der Wertschätzung und des Austauschs. Fachliche Kompetenz und Methoden stärken dabei die Selbstverantwortung der Teilnehmer und vermitteln alternative Umgangs- und Kommunikationsweisen. Es werden dabei Beziehungen und Interessen geklärt statt rückwärtsgewandte Anschuldigungen vorgetragen.

Können Sie ein Beispiel geben? In einer Parabel wird von drei Menschen erzählt, die alle drei auf die Herausgabe von einem Kürbis beharren und sich darüber streiten. Ich finde durch Nachfrage heraus, dass der erste das Fruchtfleisch braucht, weil er eine Suppe kochen will, der nächste die Kerne möchte, um Öl zu pressen, und der dritte ihn als Halloween-Kürbis aushöhlen möchte. Einen Streit, den ich als Mediator in eine dreifache Win-Situation verwandeln kann. 

Herr Schlögl, wie steuern und begleiten Sie einen solchen Prozess? Ich sorge für eine Befähigung der Konfliktparteien zur Klärung eigener Interessen und Bedürfnisse. Ich erreiche das durch meine Fragetechnik, durch aktives Zuhören, nochmaliges Zusammenfassen und Umschreiben der aufgenommenen Informationen, durch Perspektivenwechsel oder durch Spiegelung, sowie durch Analyse der Gruppendynamik und des Rollenverhaltens.

In welchen Situationen kann man dieses Verfahren anwenden? Streitigkeiten in Organisationen nehmen produktive Energie aus der eigentlichen Unternehmenstätigkeit heraus und schwächen damit die Firma. Im Grunde also in all denen Fällen, die eine ernsthafte Bedrohung für die wirtschaftliche Existenz der handelnden Personen oder für das Unternehmen darstellen. Auch präventiv im Vorfeld von Gesellschaftsvereinbarungen oder Testamentsgestaltungen, bei Meinungsverschiedenheiten im Team oder bei Auseinandersetzungen zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern kann Mediation gut Anwendung finden.

Herr Schlögl, wo liegen die Grenzen einer Mediation? Mediation ist kein Schiedsverfahren oder Gerichtsprozess. Die Mediation schafft vielmehr die Atmosphäre für eine Einigung untereinander. Der Mediator entscheidet nicht über Ansprüche und Positionen, sondern es geht um Interessen und Beziehungen. Die Konfliktparteien tragen eine Eigenverantwortung für den Ausgang des Mediationsprozesses. Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern um den zukünftigen Umgang miteinander.

Wo liegen die Vorteile? Mediation als Konfliktlösungsstrategie hat gegenüber dem gerichtlichen Weg viele Vorteile, da eine Entscheidung eigenbestimmt erfolgt und nicht fremdbestimmt durch den Richter. Ein Gerichtsverfahren legt Sachverhalte zugrunde, die in der Vergangenheit liegen. Mediation beschäftigt sich dahingegen mit Beziehungen und kann so gegenwärtige Situationen aufnehmen und abbilden. Erfahrungsgemäß kommt die Mediation auch schneller zum Ende als ein Gerichtsverfahren.

Gibt es ein besonders wichtiges Argument für Mediation? Lösungen, die in einer Mediation erarbeitet werden, sind oft tragfähiger und nachhaltiger als faule Kompromisse oder von außen gesprochene Urteile. Da am Ende der Mediation eine von beiden Seiten ausgearbeitete Einigung steht, kann man sich danach noch gut in die Augen schauen. Dies ist besonders in jenen Fällen wichtig, in denen die Parteien weiterhin zusammenarbeiten müssen.

Herr Schlögl, ein persönliches Wort zum Schluss. Warum haben Sie sich zum Mediator fortgebildet und was sind Ihre bisherigen Erfahrungen? Die Motivation zu der Fortbildung war das Streben nach einem tieferen Verständnis darüber, weshalb es im Wirtschaftsleben immer wieder zu Konflikten kommt, die Unternehmen massiv schädigen und gar bis in die Insolvenz treiben. Als Beobachter solcher Situationen konnte ich nur schwer verstehen, weshalb keine Einigung möglich ist, obwohl die Problemlösung oftmals so offensichtlich war. Ich wollte verstehen, warum erfahrenen Geschäftsleute derart irrational handeln, obwohl sie es auf Grund ihrer Erfahrung besser wissen müssten. Als Mediator kann ich den Konfliktparteien helfen, eigene Lösungen zu finden, die ohne ein entsprechendes Verfahren nicht möglich wären.

Das klingt fast magisch. Es hört sich aus der Ferne sicher etwas wie „Zauberei“ an. Dahinter steckt aber ein strukturiertes Verfahren, in dem Konfliktparteien selbst und ohne Beeinflussung des Mediators ihre Lösungen finden. Aus den bislang durchgeführten Mediationsverfahren kann ich nur berichten, dass es funktioniert – nicht immer so, dass die Konfliktparteien nach einem Mediationsverfahren als beste Freunde aus diesem herausgehen – aber zumindest so, dass Lösungen gefunden werden, die Unternehmen vor Schäden bewahren und Existenzen sichern.

Sie haben einen Streitpunkt mit Familienmitgliedern, Mitarbeitern oder Gesellschaftern? Die Fronten sind verhärtet und Sie kommen in diesen Punkten einfach nicht voran? Nutzen Sie unser Angebot der Mediation. Unabhängig, strukturiert und zielführend. 

Fragen? Anrufen! 069 – 95 92 99 90 Ihr Team der Madel & Kotalla Wirtschaftsberatung

Serie Teil 2: Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Rechnungswesen

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Digitale Buchführung – Im zweiten Teil unserer Serie erklären wir, was hinter dem Begriff „digitale Buchführung“ wirklich steckt. Lesen Sie im Nachfolgenden, wie digitale Prozesse Ihren Arbeitsalltag erleichtern können.

Der Begriff „digitale Buchführung“ bezeichnet unter anderem einen Prozess, bei dem die Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen, für das die Buchführung erstellt wird, und der Kanzlei, die die Buchführung für das Unternehmen erstellt, losgelöst von papierbasierten Belegen auf Basis digitaler Belege erfolgt. Den wesentlichen Kern des Prozesses bildet also der digitale Belegtransfer, für dessen Übermittlung mittlerweile überwiegend E-Mails oder Web-Portale verwendet werden. Bis vor wenigen Jahren kam auch dem Fax eine große Rolle zu, was jedoch durch online Lösungen verdrängt wurde. Unabhängig vom Übermittlungsweg kann im Rahmen der digitalen Buchführung der Belege originär in digitaler Form vorliegen (z.B. als elektronische Rechnung) oder als sogenanntes Digitalisat insbesondere durch einen vorangegangenen Scan-Vorgang eines originär in Papierform vorliegenden Belegs bestehen. Der Gesamtprozess der digitalen Buchführung vollzieht sich nach folgendem Schema:

  • Gegebenenfalls Digitalisierung des Belegs
  • In dessen Anschluss verbleiben die Originalbelege im Unternehmen
  • Übermittlung des digitalen Belegs in die Kanzlei
  • Buchung der Belege in der Kanzlei
  • Dort wird ein vollständiges digitales Belegarchiv erstellt
  • Erstellung von Auswertungen über die Buchführung

Anders als im Rahmen der digitalen Buchführung ist die Buchführung der Gegenwart insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen derzeit durch das überwiegende Sammeln und Ordnen von Papierbelegen gekennzeichnet. Die Belege werden dann in einem an den Anforderungen des Unternehmens und der Kanzlei abgestimmtes Ablagesystem (geordnete Belegablage) abgelegt und in sogenannten Pendelordnern in regelmäßigen Turnus (wöchentlich, monatlich, quartalsweise) in die Steuerberatungskanzlei gebracht und dort gebucht.

In der Steuerberatungskanzlei werden für Nachweiszwecke Kopien der Dokumente erstellt, nach Abschluss des Erfassungsprozesses werden die Belege durch den Unternehmer abgeholt oder an diesen übersendet. Auf Basis des Stands der Buchführung werden steuerlich relevante Daten (z.B. Umsatzsteuer-Voranmeldung) an die Finanzverwaltung übermittelt sowie Betriebswirtschaftliche Auswertungen oder der Jahresabschluss aufbereitet.

Die Buchführung der Gegenwart ohne Einbindung digitaler Prozesse ist mit etlichen Nachteilen verbunden. Als wesentlicher Punkt ist hierbei definitiv der Zeit- und Kostenaufwand, der mit dem Sortieren und dem Transport der Belege aus dem Unternehmen zum Steuerberater und zurück verbunden ist, zu nennen. Zum Teil sind für einen papierbasierten Prozess zwei Ordnungssysteme für die Belege aufzubauen: sowohl im Unternehmen, für das die Buchführung erstellt wird, als auch in der Steuerberatungskanzlei, die die Buchführung erstellt.

Zudem besteht eine häufig sehr deutliche zeitliche Differenz dahingehend, dass das Unternehmen während der Erstellung der Buchführung in der Kanzlei nicht auf die Belege zurückgreifen kann. Dies kann zum einen dazu führen, dass fällige Rechnungszahlungen übersehen werden. Zum anderen können bis zur Zahlungsabwicklung unbezahlte Rechnungen im Unternehmen verbleiben, und damit nicht zeitnah in die Buchführung aufgenommen werden.

Gegenüber einer herkömmlichen Buchführung (Pendelordner) entfällt bei der digitalen Buchführung Zeitaufwand bei Sortieren und Aufbereiten der Eingangsbelege und Ausgangsbelege. Die Übermittlung von Belegen in digitaler Form ist unsortiert möglich, lediglich bei originären Papierbelegen ist zuvor eine Digitalisierung erforderlich. Grundlegende Buchführungskenntnisse, wie diese zum Teil in klassischen Prozessen erforderlich waren, sind hingegen keine Voraussetzung. Eine Sortierung oder gar Vorkontierung der digitalen Belege kann unterbleiben.

Auch der Kostenaufwand des digitalen Prozesses ist in der Regel geringer als in der Buchführung der Gegenwart, da für den Versand von E-Mails oder den Zugriff auf Web-Portale keine bzw. lediglich geringe zusätzliche Kosten anfallen. Da im Unternehmen kein Ordnungssystem aufzubauen ist, sind auch hier Kostenreduzierungen erzielbar.

Da auch die Bereitstellung digitaler Belege ohne Zeitverzug erfolgt, liegen die Auswertungen über den Stand der Buchführung schneller vor als in einem klassischen Buchführungsprozess. Die Übermittlung der Belege kann sogar täglich erfolgen; mit der Bereitstellung durch den Unternehmer stehen die Unterlagen für den Steuerberater zur Bearbeitung zur Verfügung. Damit können auch z.B. Eingangsrechnungen, die zum Monatsletzten eingehen, bereits in die zugehörige Monatsbuchhaltung aufgenommen werden.

Auch für den Unternehmer stehen die erstellten Auswertungen, wie Betriebswirtschaftliche Auswertung, Summen- und Saldenlisten, Offene-Posten-Listen rund um die Uhr online zur Verfügung. Damit werden die Informationsbasis des Unternehmers und die Ableitung von Maßnahmen daraus verbessert.

Für den die Buchführung erstellenden Steuerberater besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die digitalen Belege digital mit dem Buchungssatz zu verknüpfen. Dies erhöht die Nachvollziehbarkeit der Buchführung und steigert die Effizienz des gesamten Prozesses. Das Belegbild kann direkt mit dem Buchungssatz verknüpft werden und ist bei Durchsicht der Buchführung jederzeit einsehbar, was eine erhöhte Transparenz gegenüber anderen Marktteilnehmern wie Banken und Investoren zur Folge hat. Die Buchführung als Grundlage für den Jahresabschluss ist dadurch insgesamt revisionssicherer.

Sie wollen diese Vorteile einmal live erleben? Wir haben einen Showroom für digitale Buchführung und zeigen Ihnen gerne kostenlos und unverbindlich wie Sie mit DATEV Unternehmen online Zeit und Geld sparen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin unter 069 – 95 92 99 90 – Wir freuen uns auf Sie, Ihr Team der Madel & Kotalla Wirtschaftsberatung

Ein Businessplan zahlt sich immer aus!

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Wissenschaftler diskutieren noch, wo die Praxis glaubt, die Antwort zu kennen. Eine Studie zum Erfolg von Unternehmensgründungen mit und ohne Businessplan gibt jetzt eine Antwort mit Belegen: Das Schreiben eines Businessplans macht den Erfolg eines Start-ups wahrscheinlicher.

Das wesentliche Ergebnis der Studie ist folgendes: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen die dauerhafte Lebensfähigkeit erreicht, ist bei Gründungen mit Businessplan um 16% höher als bei ansonsten identischen, nicht planenden Gründungen.

Für die Studie haben die Wissenschaftler auf Daten aus den USA ausgewertet, die durch die Beobachtung von mehr als 1.000 Unternehmensgründern über einen Sechsjahreszeitraum (2005-2011) gesammelt wurden. Sie teilten die Unternehmen in zwei Gruppen ein: diejenigen, die einen Businessplan schrieben und die, die es nicht taten. Bis auf diesen Unterschied waren beide Gruppen statistisch identisch.

Die Untersuchung kommt noch zu weiteren Ergebnissen: Wachstumsorientierte Gründungen arbeiten eher auf Basis eines Businessplans (+7%) als ihre nicht planende Vergleichsgruppe. Unternehmer, die eine externe Finanzierung suchen, haben eine um 19 % höhere Wahrscheinlichkeit, einen Businessplan zu erstellen.

Nach den Studienergebnissen kann das Schreiben eines Businessplans den Unterschied machen, wenn es darum geht, am Ende erfolgreich zu sein. Pläne unterstützen nachweisbar den Prozess, die Vision eines Unternehmers in konkrete Handlungen zu verwandeln.

Die Ergebnisse der Studie können hier eingesehen werden.

Sie benötigen eine Anschubhilfe oder umfassende Begleitung, sprechen Sie uns an! – Sie wählen modulweise aus, an welcher Stelle Sie gerne auf unser Know-How zurückgreifen möchten:

Vorgründungsberatung (Business Model Canvas): Gewinnung von Überblick und Einsicht über die Schlüsselfaktoren Ihres Geschäftsmodells anhand der Entwicklung eines Business Model Canvas

Zusammenfassender Businessplan: Beinhaltet Schlüsselinformationen, prägnant, knapp im Stil ca. 15 Seiten, kurzfristig verfügbar. Nutzbar z.B. für:

  • Vergabe von Bankdarlehen
  • bereits bekannte Partner
  • Interesse von Investoren wecken

Vollständiger Businessplan: Vollständige Beschreibung von Schlüsselthemen, detailliert, trotzdem prägnant. 20-50 Seiten Beschreibung, 10-30 Seiten weitere Dokumentation. Nutzbar z.B. für:

  • vollständige Beschreibung auch bei komplexen Unternehmen
  • Suche von erhebliche Finanzierungsmitteln
  • Zusammenarbeit mit großen Unternehmenspartnern

Betriebsfähiger Businessplan: 100+ Seiten, vollständige, sehr ausführliche Beschreibung, umfangreiche quantitative Analyse. Nutzbar z.B. für:

  • bestehende Unternehmen
  • inkl. Historie, Produktkatalog, Kunden- und Mitarbeiterstamm
  • interne Planungsprozesse im regulären Geschäftsalltag

Fragen? Anrufen! 069 – 95 92 99 90 – Ihr Team der Madel & Kotalla Wirschaftsberatung

Consulto im Radio

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Sicher gut beraten unter einem Dach – Frankfurts neues Beratungsnetzwerk in der Brüder-Grimm-Straße 13 – Auch zu hören auf Radio FFH, planet radio und Harmony FM in der Zeit vom 24.7 – 28.7.2017

Seit Mai 2017 bieten vier Unternehmen unter der Dachmarke CONSULTO dem Kunden eine umfassende strategische Beratung an.

Die Idee dahinter: Sich ergänzende Dienstleistungen zusammenzuführen. Fachliche Kompetenz aus Recht, Wirtschaft und Steuer unter einem Dach – das bedeutet kurze Wege und schnellere Abstimmungen.

Dabei gilt es, in Lösungen und nicht in Problemen zu denken: Unternehmensgründung, Aufnahme neuer Geschäftsfelder, Vertragsgestaltung, Nachfolgeregelung, Geschäftsübernahme oder die digitale Anpassung von Prozessen sind nur einige Beispiele, die sowohl aus steuerlicher Sicht als auch rechtlich sowie betriebswirtschaftlich betrachtet werden sollten. Erreichbarkeit und Flexibilität sind dabei wichtige Faktoren.

Die Steuerberatungsgesellschaft Madel & Kotalla ist ein vertrauensvoller Partner für eine ebenso individuelle wie innovative Steuerberatung. Sie ist immer eng an Ihrem Kunden und möchte nicht nur in steuerlicher Hinsicht die Vergangenheit bewältigen, sondern vor allem zukunftsorientiert und proaktiv begleiten.

Wirtschaftsprüfer Kotalla hat dabei den genauen Blick auf die Zahlen und ist die perfekte Ergänzung zur Steuerberatung in Sachen Unternehmensbewertung und Unternehmensprüfung.

Die Madel & Kotalla Wirtschaftsberatung hat die Gegenwart und die Zukunft ihrer Kunden immer im Fokus. Sie sieht sich nicht als klassischer Unternehmensberater mit einer Standard-Methode, sondern versteht es interdisziplinär zu arbeiten, unterschiedliche Aspekte bei der Lösung von Problemen einzubeziehen und nicht in Schubladen zu denken, um wichtige Kompetenzen des Einzelnen zu nutzen.

Die Anwaltskanzlei Veit Reichert sieht die Aufklärung ihrer Kunden als wichtigste Aufgabe. Im Fokus stehen die rechtlichen, aber auch wirtschaftlichen Chancen und Risiken, die es gilt, deutlich und ungeschönt darzulegen, sozusagen die wirtschaftliche Betrachtung des Rechts.

Hier sind Sie sicher gut beraten!

Serie Teil 1: Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Rechnungswesen

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Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung im digitalen Zeitalter – Im ersten Teil unserer Serie bemühen wir uns im die Einordnung des Themas im rechtlichen Umfeld. Lesen Sie im Nachfolgenden, warum die neuen Grundsätze kein Gesetz sind und trotzdem beachtet werden sollten.

Die externe Rechenschaftslegung auf Basis der Finanzbuchführung dient grundlegend dem Schutz der Interessen von Anteilseignern und Gläubigern. Zusätzlich hat aber auch das Finanzamt für Zwecke der Besteuerung ein beträchtliches Interesse an den Daten der Finanzbuchführung. Um hinsichtlich der Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit des betrieblichen Geschehens eine hohe Einheitlichkeit zu erreichen, wurden neben den vielförmigen gesetzlichen Regelungen auch Normen aus dem Handelsgebrauch abgeleitet. In ihrer Gesamtheit werden diese Regelungen als Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) bezeichnet.

Bei den GoB handelt es sich durch die nicht abschließende Kodifizierung also um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der durch die Rechtsprechung geprägt wurde und von dieser und der Verwaltung jeweils im Einzelfall auszulegen und anzuwenden ist. Die GoB beinhalten dabei sowohl formelle als auch materielle Anforderungen an eine Buchführung.

Danach muss es einem sachverständigen Dritten möglich sein, die Geschäftsvorfälle sowie die Lage des Unternehmens innerhalb einer angemessenen Zeit nachzuvollziehen. Die materiellen Auswirkungen der GoB beziehen sich auf die Art und Weise der Verbreitung von Geschäftsvorfällen. Es liegt nur dann eine ordnungsmäßige Buchführung vor, wenn alle Geschäftsvorfälle nach vollziehbar, vollständig und richtig in ihrer Auswirkung erfasst und anschließend verarbeitet wurden.

Die betriebliche Buchführung wird bei nahezu allen Unternehmen durch EDV-Systeme unterstützt, die zur Erfüllung der Dokumentations- und Informationsfunktion den GoB entsprechen müssen. Mit der Intention der Überarbeitung und Anpassung der oben aufgeführten Verwaltungsanweisungen an den heutigen Stand der Technik und Organisation eines modernen Buchführungssystems hat das Bundesministerium der Finanzen am 14.11.2014 die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) veröffentlicht.

Generell sollte im Rahmen der Auseinandersetzung mit den GoBD beachtet werden, dass es sich bei diesen rechtssystematisch um eine Verwaltungsanweisung, mithin nicht um ein Gesetz oder eine gleichgestellte Rechtsverordnung handelt. Als Verwaltungsanweisung, binden die GoBD die Finanzverwaltung im Innenverhältnis, eine unmittelbare Bindungswirkung gegenüber Dritten, insbesondere Steuerpflichtigen, entfalten diese nicht. Dennoch ist davon auszugehen, dass die GoBD künftig einen wesentlichen Einfluss auf die Auslegung der GoB bei IT-Einsatz haben werden. Denn einerseits betreibt die Finanzverwaltung durch die GoBD eine aktuelle Interpretation der GoB, die die Steuerpflichtigen schon aus Risikogesichtspunkten in Hinsicht auf kommende Außenprüfungen nicht ungeachtet lassen können. Andererseits waren auch die GoBS bisher schon eine maßgebliche Norm für die Ordnungsmäßigkeitsbeurteilung. Dies wird sich durch die GoBD nicht ändern.

Da die betrieblichen Abläufe in den Unternehmen viel zu unterschiedlich sind, werden in den GoBD keine genauen Aussagen zu Form, Inhalt und Umfang der zur Buchführung erforderlichen Unterlagen getroffen. Deshalb unser Tipp: Machen Sie mit uns die GoBD-Prüfung. Ziel und Schwerpunkt ist die Überprüfung sämtlicher Rechnungslegungsprozesse, der eingesetzten Systeme und deren Dokumentation auf Einhaltung der GoBD, sowie die Prüfung der tatsächlich gelebten Prozesse und Kontrollmechanismen. Gemeinsam decken wir Schwachstellen auf und erarbeiten Vorschläge zur Beseitigung.

Fragen? Anrufen! 069 – 95 92 99 90 – Ihr Team der Madel & Kotalla Wirtschaftsberatungs AG

Umsatzsteuer 2017: Was ändert sich…?

Eine weitere interessante Änderung im Umsatzsteuerrecht ist der Steuersatz bei Fotobüchern. Wer hat nicht schon mal im Internet Bilder von seiner letzten Urlaubsreise oder anderen würdevollen Ereignissen in einem Fotobuch zusammengestellt und sich dies drucken lassen?

Bis vor kurzem waren diese Fotobücher noch mit 7% Umsatzsteuer belastet. Seit dem 01. Januar 2017 unterliegen diese Fotobücher nun dem Regelsteuersatz von 19% und werden damit teurer.

Diese Änderung basiert auf einer EU – Verordnung vom Dezember 2015, welches die Finanzverwaltung in einem Schreiben vom 20. April 2016 aufgegriffen und die Regelung für Deutschland nun klar gestellt hat. Fotobücher seien schließlich nicht zum Lesen bestimmt und können daher auch nicht dem ermäßigten Steuersatz von 7% unterliegen, so die Argumentation der Finanzverwaltung.

Bitte achten Sie darauf, wenn Sie Ihren Kunden Fotobücher erstellen. Und wie immer gilt: Wenn Sie Fragen rund um dieses oder andere steuerlichen Themen haben, sprechen Sie uns gerne an.

Ihr
Florian Varinli
Steuerberater und Partner
Madel & Kotalla, Steuerberatungsgesellschaft

Wie Sie Stellenanzeigen richtig formulieren

In einer Serie „Von der Stellenanzeige bis zur Kündigung“ gebe ich Ihnen in den kommenden Wochen einen Überblick auf praktische Anwendungsfälle aus dem Arbeitsalltag.

In dem heutigen Teil 2 geht es um die richtige Formulierung von Stellenanzeigen.

Grundsätzlich setzt ein Stellenangebot nicht zwangsläufig eine Stellenausschreibung voraus, der Arbeitgeber kann sich z.B. auch entscheiden, die zu besetzende Stelle direkt zu vergeben.

Bei der Formulierung einer Stellenanzeige stellt sich in der Regel die Frage, welche Möglichkeiten der Differenzierung es gibt bzw. welche Ungleichbehandlungen noch zulässig sind, um überhaupt noch zielgerichtete Ausschreibungen formulieren zu können.

Sowohl in der Lehre als auch teilweise in der Rechtsprechung werden folgende Varianten besprochen:

  • unverzichtbare biologische Voraussetzungen dürfen genannt werden, z.B. bei einer Leihmutter oder einer Amme
  • zur Wahrung von Authentizität; aber VORSICHT, da sehr eng auszulegen; denkbar ist hier z.B. Anforderungen an den Vorstand eines Brauchtumsvereins
  • formale Anforderungen wie z.B. bestimmte Abschlüsse oder zwingend (!) erforderliche Sprachkenntnisse

Tipp: Verwenden Sie in Ausschreibungen IMMER sowohl die männliche als auch weibliche Form z.B. durch die Angabe „(m/w)“. Nehmen Sie nur das abstrakte Anforderungsprofil mit eventuell zwingenden Abschlüssen auf und fordern Sie nur dazu auf, „Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an …“ und nicht bestimmte Unterlagen, aus denen sich diskriminierende Kriterien ergeben könnten.

Teil 1 zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Rechte der Betriebsprüfer wurden erheblich gestärkt

Seit dem Jahr 2015 gelten die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD).

Die Bestimmungen hieraus haben bisweilen bei Betriebsprüfungen nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Allerdings haben einige Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) aus der jüngsten Vergangenheit nun die Rechte der Betriebsprüfer erheblich gestärkt. Dadurch verschärften sich nun die Anforderungen an eine ordnungsmäßige und digitale Buchführung. Dem Datenzugriff unterliegen nunmehr auch die Daten aus vorgeschalteten Systemen oder Nebensystemen.

Das Thema GoBD steht zukünftig ganz oben auf jeder Prüfungsagenda.

Die jüngsten BFH-Entscheidungen zu diesem Thema waren das Startsignal, um nun im Rahmen von Betriebsprüfungen Zugriff auf eben diese Vor- und Nebensysteme zu nehmen und darüber hinaus auf eine Verfahrensdokumentation zu bestehen. Bitte beachten Sie dabei, dass die Finanzverwaltung auch davon ausgeht, dass auch diese Daten revisionssicher sein müssen.

Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Buchhaltung auf GoBD-Konformität zu prüfen…

Diskriminierungsverbote nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

In einer Serie „Von der Stellenanzeige bis zur Kündigung“ gebe ich Ihnen in den kommenden Wochen einen Überblick auf praktische Anwendungsfälle aus dem Arbeitsalltag.

Bei dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) besteht die Besonderheit, dass es bereits vor Beginn eines Arbeitsverhältnisses gilt und damit auch bei Stellenausschreibungen anzuwenden ist.

Das AGG regelt dabei nicht, dass allgemein alle Bewerber, Arbeitnehmer, Vertragspartner etc. gleich behandelt werden müssen, vielmehr listet das AGG bestimmte Gründe, Merkmale etc. auf, aufgrund derer niemand diskriminiert werden darf. Danach muss eine Benachteiligung verhindert bzw. beseitigt werden, wenn sie aus einem der folgenden Gründe erfolgt:

Benachteiligung wegen

  • der Rasse oder der ethnischen Herkunft
  • des Geschlechts
  • der Religion oder der Weltanschauung
  • einer Behinderung
  • des Alters oder
  • der sexuellen Identität

Trotz der Regelungen des AGG gibt es keine Pflicht zu sachgerechter Entscheidung. Das AGG schreibt nicht vor, wer eingestellt werden muss, sondern dass bestimmte Merkmale nicht die Entscheidung beeinflussen dürfen!

Der Arbeitgeber haftet auch für Erfüllungsgehilfen, d.h. für eventuell eingesetzte externe Dienstleister. Der Arbeitgeber sollte die Durchführung der Stellenausschreibung kontrollieren oder mindestens durch entsprechende Vertragsklauseln den externen Dienstleister bei Verletzungen nach dem AGG haften lassen, um einen möglichen Regress im Innenverhältnis zu haben (z.B. Bewerber verlangt Schadensersatz von dem Unternehmen, das danach den Dienstleister in Anspruch nimmt).

Tipp: Achten Sie in Verträgen mit Personaldienstleistern auf die Regelungen zur Haftung, diese sollten Sie im Innenverhältnis bei z.B. Verstößen gegen das AGG freistellen müssen oder auf andere Weise adäquat haften.